Leben unter der Glasglocke, Stromstoß im Hirn

Feuilleton | Lektüre: Klaus Nüchtern | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Sylvia Plaths einziger Roman "Die Glasglocke“ ist historisch geworden, fasziniert aber noch immer

Als der britische Verlag Faber & Faber zu Beginn des Jahres seine Jubiläumsausgabe von Sylvia Plaths "The Bell Jar“ herausbrachte, verpasste er dem vor genau 50 Jahren erstmals erschienenen Roman einen Retro-Look: Das Cover zeigt eine junge Frau, die sich im Schminkspiegel betrachtet.

Darauf brach ein Sturm der Entrüstung los. "Hässlich“ und "albern“ lauteten noch die gnädigsten Urteile. Eine Journalistin warf dem Verlag vor, die gesamte weibliche Weltbevölkerung beleidigt zu haben, und die Bloggerin Tracie Egan Morrissey von der feministischen Website Jezebel.com meinte gar: "Hätte sich Plath nicht schon umgebracht, würde sie es wohl tun, wenn sie das Cover der neuen Ausgabe sähe.“

Würden hässliche Cover tatsächlich irgendjemanden aufregen, müsste in Deutschland alle zwei Wochen ein Verlagshaus abgefackelt werden. Der Ärger über die Gestaltung entzündete sich ja nicht


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