Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Pop

Fat Freddy’s Drop: Blackbird

Das neuseeländische Groove-Kollektiv hat die Liebe im Herzen und den Bogen raus. Seit einem Jahrzehnt bereisen Fat Freddy’s Drop die Welt und spielen 100 Shows und mehr pro Jahr. Immer wieder erstaunlich ist, wie gut ihre Musik auch auf Tonkonserve funktioniert. Mit "Blackbird“ liegt das dritte Studioalbum vor, die Gruppe um Sänger Joe Dukie bringt darauf so beseelt wie lebendig, so zurückgelehnt wie mitreißend Soul, Funk, Dub, Reggae, R&B, Hip-Hop und House zusammen - diesmal mit hohem Dub-Faktor. Kurz: eine perfekte Sommerplatte. (The Drop) sf

Jazz

Williams / Håker Flaten / Daisy: Moments Form

Auffällig an diesem Mitschnitt aus St. Johann i.T. ist, dass alle drei Stücke in einem zarten Decrescendo enden (quasi: Live-Ausblende). Dabei gelten weder Saxofonist Mars Williams noch Ingebrigt Håker Flaten (b) und Tim Daisy (dr) als zartbesaitete Kammerjazzer. Es geht denn auch (v.a. im 24-minütigen Titeltrack) immer wieder heftig zur Sache, und dennoch ist es die sonore Differenziertheit, die immer wieder besticht - etwa wenn das Sax über einem bösartig suggestivem Con-arco-Bass-Loop die Stimmen unbekannter Tiere imitiert. Gruselig schön! (Idyllic Noise) KN

Klassik

Dorothee Oberlinger: Telemann

Einen "Kosmos an barocken Stilformen“ nennt Dorothee Oberlinger Telemanns zwölf Fantasien für Flöte. Es sind kurze Tanzsätze; mal ist es eine springende italienische Courante, mal eine freche Musette, mal eine freie Toccata, mal eine strenge deutsche Fuge. Oberlinger spielt diese barocken Miniaturen temperament- und stimmungsvoll, dabei wunderbar artikuliert und fein im Klang; sie lässt Orgelpunkte, typische Basso-continuo-Stimmführungen oder die Imagination mehrstimmiger Fugen erklingen - und all das auf der so verschrienen Blockflöte. Schön! (DHM) mda


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