Mit wissenschaftlicher Ekstase

Feuilleton | Nachruf: Matthias Dusini | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Der Schweizer Künstler Alfons Schilling war ein begabter Erfinder. In der Kunst blieb er ein Außenseiter

Wenn vom Aufbruch in der bildenden Kunst in Österreich um 1960 herum die Rede ist, darf sein Name nicht fehlen. Der 1934 in Basel als Sohn eines Bankbeamten geborene Alfons Schilling führte die Malerei über die Leinwand hinaus, aber eher mit dem distanzierten Blick eines Wissenschaftlers als mit der Expressivität eines Aktionisten.

Ende der 1950er-Jahre beschäftigte er sich beim Studium in Wien mit den neuen Tendenzen in der französischen und US-amerikanischen Malerei und suchte gemeinsam mit seinem Freund Günter Brus nach einem Ausweg aus der bereits formelhaft wirkenden gestischen Malerei. Auf Mallorca, wo beide 1960 einige Monate arbeiteten, träumten Brus und Schilling von einer nietzscheanisch angehauchten "totalen“ Malerei, die in Ekstase entstehen sollte.

Brus beschritt den Weg Richtung Aktionskunst über den Einsatz des eigenen Körpers, Schilling dagegen experimentierte


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