Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Nicht egal

Kolumnen | Heidi List | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Letztens erzählte mir wer, er hätte Nachbarn, die darf man nie besuchen, schon gar nicht unangemeldet, weil die dauernd pudern. Egal wann, man stört sie immer. Und die sind nicht frisch verliebt, sondern schon lange ein gesettltes Paar.

Mich darf man ja auch nicht besuchen, ebenfalls schon gar nicht unangemeldet, weil es bei uns immer aussieht wie Sau und ich das Pech habe, einerseits keinen Ordnungssinn zu haben und andererseits mich wahnsinnig zu genieren. Der Briefträger weiß das, läutet daher nur an und legt das Überbringsel vor die Tür. Sobald ich öffne, geht er, weil er weiß, dass ein Blick in unsere Wohnung mit Entschuldigungs-Geschwafel geahndet wird - und er kann’s nicht mehr hören. Ihm wär’s eh wurscht.

Apropos wurscht: Besagter Nachbar hat gar keinen Genierer, unangemeldete Besucher werden splitternackt mit vorwurfsvollem Ständer begrüßt, ja, einem vorwurfsvollen, damit man weiß: Hier hat man anzurufen, um eingelassen zu werden. Und jetzt überleg ich, ob ich mal anläuten soll, unbekannterweise. Würd so gern wissen, wie ein Ständer tut, wenn er vorwurfsvoll ist.


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