Neu im Kino

Verluste sind absehbar in "Sueño y silencio"

Lexikon | JOACHIM SCHÄTZ | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Ein Mädchen und seine Großmutter wandern durch eine hohe Wiese. Kaum haben die beiden seitlich die Einstellung verlassen, driftet die Kamera in die Gegenrichtung ab: als hätte sich die Spur der Figuren plötzlich verloren. Den streng komponierten Schwarzweißbildern von "Sueño y silencio - Träumen und Schweigen" drohen ständig die Menschen abhandenzukommen. Mal agieren sie am Bildrand, mal findet sie der Film erst nach langen, gewundenen Kamerafahrten. Spürbar wird so der Riss, den ein tödlicher Unfall durch die Familie der Sprachlehrerin Yolanda (Yolanda Galocha) zieht. So formschön und anrührend aber die körnigen Naturlichtaufnahmen immer wieder gelingen: Auf die Dauer hält Filmemacher Jaime Rosales damit das Leiden seiner Figuren und die Rauheiten des Improvisationsschauspiels auf allzu appetitlicher Distanz.

Ab Fr im Stadtkino (OmU)


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