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Die "Geißel Gottes" und das Risorgimento

Lexikon | aus FALTER 27/13 vom 03.07.2013

Die 1846 für Venedig komponierte Oper "Attila" von Giuseppe Verdi räumte mit Klischees auf, etwa von den bösen Hunnen und den guten Römern. Zentral ist die Rolle der Odabella (Lucrecia Garcia), die es weniger mit ihrem Tenor-Liebhaber oder dem Feldherrn Ezio hält, als (zum Schein?) eher mit dem Helden (Dmitry Belosselsky). Anfänglich bekämpft sie die heidnischen Einfallenden jedenfalls mit dem Schwert, was dem Hunnenkönig imponiert, den sie am Ende trotzdem erdolcht. Peter Konwitschny hat schon öfter Verdi-Mythen entrümpelt, es steht zu erwarten, dass er die Gegner im Kriegsgeschehen als zwei Seiten einer Medaille zeigen wird. Vielleicht denkt er auch an Verdis Brief an seinen Verleger Ricordi: "Frage Dich selbst, ob 'Attila' trotz eines guten Ensembles schlechter inszeniert werden konnte?" HR

Theater an der Wien, Premiere So 19.00 (bis 18.7.)


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