Ein stilles Verbrechen

Politik | Reportage: Florian Klenk | aus FALTER 27/13 vom 03.07.2013

Ein 14-Jähriger wird im Gefängnis vergewaltigt, die Justizministerin lobt den Jugendstrafvollzug als vorzüglich. Interne Justizakten zeigen, dass die Beamtenschaft seit Jahren über enorme Missstände klagt. Die Chronologie eines Systemversagens

Da kauert er, nackt und mit verbundenen Augen, am Boden. Seine Mithäftlinge zwingen ihn, Essen aufzuschlecken, auf das sie zuvor gespuckt hatten. Sie treten ihn in den Rücken und in den Bauch. Als das Tuch um seinen Kopf herunterrutscht, würgen sie ihn damit. Dann nehmen sie den Besen.

Mario P., 14 Jahre, Name geändert, Sonderschüler, Sohn einer überforderten alleinerziehenden Mutter, unbescholten. Am 6. Mai wurde er Opfer einer Vergewaltigung. Sie ereignete sich unter der Aufsicht des Staates, in der Zelle E2/4 des Jugenddepartements der Justizanstalt Josefstadt.

Die Wiener Jugendrichterin Beate Matschnig hat diesen und viele andere Missstände im Falter und bei einer Enquete des grünen Justizsprechers Albert Steinhauser enthüllt und von


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