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Pressekolumne

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 27/13 vom 03.07.2013

Seine letzten 42 Kommentarzeilen lieferte Peter Rabl vergangenen Sonntag im Kurier ab. Rabl, einst Herausgeber und Chefredakteur des Blattes, wurde im Juni 65 und damit, Achtung, pensionsreif! Der Kurier bot ihm an, sechs Monate länger zu schreiben. Das war ihm verständlicherweise nicht genug. Jetzt weicht er in die Onlinewelt aus, auf derRabl.at. Das ist nur ein kleines, bemerkenwertes Aperçu zur Frage, ob Online oder Print in Zukunft die Qualität im Tagesgeschäft liefern werden.

Nachdenklich macht auch, dass sich Medienkonzerne am allerwenigsten an das halten, was ihre Chefredakteure in den Leitartikeln fordern. Nämlich, dass wir alle länger arbeiten sollen. Erst recht, wenn man wie Rabl Erfahrung, Überblick und eine starke Haltung hat. Das zeigte er leichtfüßig in seinem Abschiedskommentar. Da schrieb einer über Franz Vranitzky, der ihn noch persönlich gekannt hat. Nichts gegen journalistischen Nachwuchs - aber dafür braucht es eben Rabls.


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