Drückende Wände, tanzende Schatten

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 27/13 vom 03.07.2013

Weitermachen aus Renitenz: Das Filmhaus am Spittelberg zeigt zwei starke Künstlerkammerspiele aus Wien

Der artige Kreative vagabundiert von Projekt zu Projekt. Was ist mit denen, die sich stattdessen daheim einspinnen?

Das Stadtkino, dem selbst im September ein großer Umzug bevorsteht, zeigt jetzt in seiner Dependance am Spittelberg zwei Künstlerkammerspiele aus Wien. Sowohl Sobo Swobodniks Hermes-Phettberg-Porträt "Der Papst ist kein Jeansboy“ als auch Mara Mattuschkas Performance-Puppenhaus "QVID TVM“ entwickeln ihre beachtliche Intensität aus einem eingeschränkten Bewegungsradius heraus.

Die engen Schleifen, die Swobodniks Kamera um Phettbergs Gumpendorfer Wohnung zieht, entsprechen dabei einem durch Krankheit und Armut verengten Handlungsspielraum: Nach Schlaganfällen drastisch abgemagert und gesundheitlich beeinträchtigt, muss der ehemalige Feuilleton-Darling und nunmehrige Sozialhilfeempfänger schon auf dem Weg zur Bäckerei unterwegs die schwache Blase erleichtern.

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