Prost!  

Für klare Köpfe: Plädoyer für alkoholfreies (Weiß-)Bier

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Stiegl Sport Weisse

Stadtleben | aus FALTER 27/13 vom 03.07.2013

Alkoholfreies Bier hat immer noch das Image, ein Getränk für Ex-Alkolenker zu sein. Zu sehr ähnelt die Erscheinung dem herkömmlichen Format, bei dem der berauschte Zustand eine der zentralen Koordinaten darstellt. Es ist an der Zeit, das Getränk aus den Untiefen der Uncoolness zu hieven. Es sollen auch Abende mit klarem Kopf und hopfigem Gaumen bestritten werden.

Die früheren Braumethoden hätte man noch als Abschaum abtun können - der Gärprozess wurde einfach frühzeitig abgebrochen, was einem Coitus interruptus gleichkäme. Weniger smart. Die neuen Methoden gehen bis zum Äußersten und destillieren den Alkohol - ähnlich wie bei der Herstellung von Schnaps - aus dem fertig gebrauten Bier, was dem typischen Geschmack wenig abträglich ist. An der perfekten Methode wird noch getüftelt: Da ist von einem Dialyseverfahren die Rede, bei dem mithilfe der Umkehrosmose der Alkohol durch eine Membran gefiltert wird.

Hauptsache, der Geschmack stimmt, der bei dem von der Brauerei Stiegl bereits seit einiger Zeit erzeugten "Sport Weisse Alkoholfrei“ nicht zwingend überzeugt. Es ist ein Bier, das nach dem Sport getrunken werden soll, weil es isotonisch, das heißt auf die Mineralzusammensetzung im Körper abgestimmt, ist. Der Geschmack läuft ins Leere, was für einen Sportler womöglich nicht unangenehm sein könnte. Voraussetzung ist, dass man das Ziel erreicht hat. Alkoholfreie Biere, die vollmundiger schmecken: Gösser, Franziskaner Weißbier, Erdinger Weißbier und so weiter. MS


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