Muss Strafe sein?


Recherche: Gerlinde Pölsler
Steiermark | aus FALTER 27/13 vom 03.07.2013

Das Kraftwerk an der Schwarzen Sulm steht kurz vor Baubeginn. Kommen nun die angedrohten EU-Strafen?

Im Camp herrscht Alarmstimmung, seit einem Tag gehen die Aktivisten verstärkt auf die Pirsch. "Gestern hat der Herr Masser gesagt, es geht los mit dem Bau, er kommt jetzt mit den Rohren“, erzählt ein junger Kraftwerksgegner. "Der Herr Masser“, das ist einer der beiden Projektwerber, die das Kleinwasserkraftwerk an der Schwarzen Sulm am Fuße der Koralm bauen wollen. "Aber er hat einen schweren Tag gehabt, überall, wo er hingekommen ist, waren wir schon“, grinst ein älterer Mann.

Es ist Freitag, Tag 44. So lange campieren die Aktivisten bereits in der Schlucht. Während Masser sagt: "Der Eingriff ist mit freiem Auge nicht erkennbar“, meint Gernot Weißensteiner, Gegner der ersten Stunde: "Damit meint er wohl, dass man den Bach nachher mit der Lupe suchen muss.“ Die Sulm führe im Sommer ohnehin wenig Wasser. "Entweder entnehmen sie ganz wenig, dann bringt das Kraftwerk nichts.

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