Man hilft sich, wo man kann

Viel schiefgehen kann bei der heurigen Hör- und Seebühne nicht. Sie wird auch schlechtem Wetter trotzen

Lexikon | Tiz Schaffer | aus FALTER 27/13 vom 03.07.2013

Das Landesstudio des ORF Steiermark hat einen schönen Park und einen kleinen Teich. Alljährlich bezieht dort die Hör- und Seebühne Stellung, um auf ihrem Rücken heimische Literaten und Musiker zu schultern. Zwei Monate immer donnerstags um 20 Uhr. Versprochen werden, jaja, "stimmungsvolle Stunden". Die Idee ist so einfach wie erquicklich: Ein oder mehrere Autoren treffen auf eine musikalische Formation. Das ist praktisch, sollte da jemand einmal nicht zur Höchstform auflaufen, können immer noch die Mitstreiter aushelfen.

Den Start am 4.7. macht eine eigenwillige Paarung: Es sind der 83-jährige Autor und Manuskripte-Herausgeber Alfred Kolleritsch - eben ist die 200. Ausgabe seiner Literaturzeitschrift erschienen - und die Grazer Indie-Rocker The Base. Auf krachige Gitarren dürfte Kolleritsch wohl kaum mehr stehen, aber das Trio hat ja auch seine beschaulichen Seiten, also wird man sich wohl nicht in die Haare geraten. Kolleritsch hatte zuvor längere Zeit nichts mehr selber verfasst, zur Lesung kommt er allerdings mit neuem Stoff in der Tasche, er wird vom "ungeheuren Anderen" erzählen.

Um einen stimmungsvollen Bogen zu spannen, sei an dieser Stelle gleich auf den letzten Abend verwiesen: Es ist dies der 29.8., die in Ljubljana geborene Katarina Marinčič wird aus ihrem neuen Roman "In ihren Worten" lesen, der beinahe noch ein geheimes Dokument ist, wird er doch erst im Herbst veröffentlicht. Es begleitet das Tjaša-Fabjančič-Trio mit Chansons und Weltmusik, mit in Musik gefassten slowenischen Gedichten.

Aber bitte nicht traurig sein, der 29.8. ist ja noch in weiter Ferne, bis dahin gilt es ja einiges zu hören und sehen: etwa das Bündnis Mike Markart, Wolfgang Pollanz und Sigi Faschingbauer, die sich mit dem Quintett Lenins Wheelchair auf eine Liaison einlassen. Und zwar am 11.7. Exklusiv wie der Abend mit Marinčič ist auch die Lesung von Andrea Stift am 18.7., weil nämlich auch ihr Roman "Wilfert und der Schatten des Klapotetz" erst im September erscheinen wird. An ihrer Seite stehen zwei erfahrene Musiker, es sind dies Georg Hartwig (voc, guit, keyb) und Phillip Pluhar (perc), sie konzertieren unter dem Namen The Quiet Now.

Als weitere Paarungen wurden gezogen: Max Höfler und die Berki Band (25.7.), Erika Kronabitter, Christiane Kalss und Alexander Swaton Social Music (1.8.), Sophie Reyer mit Leni und der Astronaut sowie Clemens Setz und das Michael Lagger Trio (22.8.), die ja auf gemeinsame Erfahrung zurückgreifen dürfen. Und wenn's regnet, kein Malheur, dann darf man's sich im Landesstudio gemütlich machen.

Park des ORF-Landesstudios, Graz, 4.7. bis 29.8.


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