Glosse Justiz

Der Inkulpat: ein kleines Gedicht über eine große Gemeinheit

Falter & Meinung | Alfred Noll | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Gar so jung noch und sicherlich auch dumm, sitzt er ein, von Gesetzes wegen stumm.

Die andern, "Wir werden dich quälen!“, nehmen den Besenstiel, um ihn zu pfählen.

Was dort diese von hinten besorgten, das tut ihm die Frau Karl an mit Worten:

Es ist die Strafhaft doch kein Paradies, wer einmal sitzt, dem geht’s halt mies!

Hätt’ er das Verbrechen nicht begangen, könnt’ er Besseres verlangen!

Dem Buben wird so von oben erklärt, was da ganz unten seine Schmerzen mehrt.

Hier sind Viel- und Einzahl der Gemeinen traut vereint, fast ähnlich - ’s ist zum Weinen!

Der Autor ist Publizist und Rechtsanwalt in Wien


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