Die bittere Lehre für die Muslimbrüder

Falter & Meinung | Gastkommentar: Ulrich Ladurner | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Zustimmung zum Putsch, aber kein Applaus für die Armee: Die ägyptische Revolution ist lange nicht am Ende

Die ägyptische Armee hat ein demokratisch gewähltes Regime weggeputscht. Das ist ein Skandal, den man begrüßen muss. Ägypten war politisch blockiert. Millionen gingen auf die Straße, um gegen Präsident Mohammed Mursi zu demonstrieren. Er ging auf die Forderung der Demonstranten nicht ein, sondern zeigte sich uneinsichtig. Es bestand die Gefahr eines Bürgerkrieges. Darum war es richtig, dass die Armee intervenierte.

Heißt das, dass die Generäle die Demokratie gerettet haben? Nein, dieser Putsch bedeutet nur, dass die ägyptische Revolution, die im Jahr 2010 begann, in eine neue Phase getreten ist.

Revolutionen werden nicht an einem Tag entschieden. Sie sind historische Prozesse, die sich manchmal über Jahrzehnte hinziehen können. Die Französische Revolution begann 1789 und zu ihrem Ende kam sie erst 1848.

Gemessen daran ist die ägyptische Revolution noch sehr jung. In dieser


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