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Arbeiten US-Spione am Fliegerhorst Zeltweg, Herr Bauer?

Politik | Interview: Philip Gaspar | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Die Oppositionspolitiker Harald Vilimsky (FPÖ) und Peter Pilz (Grüne) behaupten, am Fliegerhorst im steirischen Zeltweg säßen Verbindungsleute des US-Geheimdiensts NSA. Die FPÖ stellt nun sogar eine Anfrage an den Verteidigungsminister wegen der "verdächtigen Amerikaner“. Was sagt Bundesheer-Sprecher Michael Bauer?

Herr Bauer, arbeiten am Fliegerhorst in Zeltweg US-Staatsbürger?

Ja. Seit 2007 arbeiten dort zwei Mitarbeiter einer zivilen Firma, die von den US-Streitkräften beauftragt wurde.

Ist das eine Scheinfirma der NSA?

Nein. Österreich ist neutral, daher dürfen sich Armeeangehörige einer fremden Nation nicht dauerhaft hier aufhalten. Deswegen das Beschäftigungsverhältnis über eine zivile Firma.

Sammeln diese Amerikaner Daten über unsere Landesverteidigung?

Nein. Die Datenübertragung der Eurofighter ist verschlüsselt, die Amerikaner besitzen eine Technologie zur abhörsicheren Übertragung. Sie stellen uns sogenannte Kryptoschlüssel zur Verfügung - Österreich bezahlt auch dafür. Das Einzige, was die Amerikaner dadurch wissen, ist, wie oft die Eurofighter fliegen. Das sieht aber auch die Mitzi-Tant aus Fohnsdorf, die neben dem Flugplatz wohnt.

Können die Eurofighter auch ohne Kryptoschlüssel starten?

Ja, aber die Kommunikation wäre dann unverschlüsselt.

Aber dadurch sind unsere Luftstreitkräfte von den Amerikanern abhängig.

Die Europäer arbeiten gerade an einem unabhängigen System. Das ist aber eine Geldfrage, die Amerikaner sind uns weit voraus. Die USA investieren viel und haben einen entsprechenden technologischen Vorsprung.

Arbeitet das Bundesheer bzw. der Heeresnachrichtendienst mit den US-Geheimdiensten zusammen?

Völlig ausgeschlossen.


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