Vom Wörthersee in die Welt hinaus: die Hypo Alpe Adria im Wandel der Zeit

Politik | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

1896

Gründung der Kärntner Landes-Hypothekenbank, die Geschäftsleuten der Region Kredit geben soll

1992

Kulterer beginnt die aggressive Ost-Strategie der Kärntner Landesbank

2006

Die Hypo gilt als höchst profitabel. Kulterer tritt als Vorstandschef ab, weil Spekulationsverluste bekannt werden. Er wird zu 140.000 Euro Strafe wegen Bilanzfälschung verurteilt

2007

Im Mai kauft die BayernLB die Hypo um 1,6 Milliarden Euro. Hunderte Millionen aus dem Verkauf lukrieren Thilo Berlin und seine Investoren-Freunde

2008

Nach der Lehman-Pleite im September bricht die Finanzkrise aus. Die Hypo schreibt eine halbe Milliarde Verlust

2008

Im Dezember erhält die Hypo erstmals Staatshilfe. 900 Millionen kommen aus dem heimischen Bankenpaket, weitere 700 von der BayernLB

2009

Im Dezember erfolgt die Notverstaatlichung. Die BayernLB verkauft ihre Anteile um einen Euro an die Republik

2010

Im April tritt der vormalige Wirtschaftsprüfer Gottwald Kranebitter als Sanierungsmanager an. Es folgen weitere 1,6 Milliarden an Verlust. Die EU-Kommission äußert erstmals Zweifel an der Lebensfähigkeit der Hypo und verlangt ein Sanierungskonzept

2011

Die Republik muss einen Teil der Staatshilfen abschreiben. Hypo-Ex-Chefs werden angeklagt

2012

Die Hypo erhält weitere 1,5 Milliarden Steuergeld

2013

Im März droht EU-Kommissar Joaquín Almunia mit der Schließung der Bank, wenn Österreich keinen schlüssigen Restrukturierungsplan vorlegt

2013

Ende Mai kauft der indische Investor Sanjeev Kanoria die Österreich-Tochter der Hypo um 66 Millionen Euro

2013

Im Juni übermittelt Österreich das Restrukturierungskonzept an Brüssel. Hypo-Aufsichtsratschef Johannes Ditz und Vorstandschef Gottwald Kranebitter treten aus Protest zurück; Nachfolger von Ditz wird Klaus Liebscher. Wolfgang Kulterer wird zu dreieinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt


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