Von der Juden-Deportation zur SZ-Chefredaktion

Politik | Rezension: Rudolf Walther | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Franz Josef Schöningh war 1945 Mitgründer der Süddeutschen Zeitung. Ein Buch seines Stiefsohns zeigt, er war in den Holocaust verwickelt

Man ist immer wieder verblüfft, mit welcher Energie und Ausdauer Menschen ihre Biografie mit Legenden und Girlanden ausschmücken - gegenüber nahen Angehörigen ebenso wie gegenüber der Öffentlichkeit und der Justiz. Knud von Harbou, ehemaliger Redakteur der Süddeutschen Zeitung (SZ), recherchierte für sein Buch die Geschichte und die Lebenslügen des Franz Josef Schöningh, 1902 bis 1960, eines Anteilseigners und Gründungsherausgebers der SZ, die im Oktober 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht die Lizenz zum Druck erhielt. Schöningh war für das Feuilleton der SZ zuständig, Verlagsgeschäftsführer und Erfinder des "Streiflichts“. Nach den Regeln, die sich die Amerikaner selbst gaben, hätte Schöningh die Lizenz verweigert werden müssen.

Schöningh stammte aus einer alten Paderborner Verlegerdynastie. Er studierte in Freiburg, München


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