Mediaforschung  Verführungskolumne

Wer fürchtet sich vor der "Faymann-Steuer“, Herr Stauss?

Medien | Wolfgang Zwander | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Merkelsteuer, das wird teuer“, ließen die Sozialdemokraten in Deutschland 2005 auf ihre Wahlplakate schreiben. SPD-Spitzenkandidat Gerhard Schröder kämpfte damals mit dem Furor der Verzweiflung gegen seine Abwahl als Kanzler. Genützt hat es ihm nur wenig, trotz fulminanter Aufholjagd lag er am Ende einen Prozentpunkt hinter der CDU, Angela Merkel wurde Kanzlerin, Schröder ging in die Privatwirtschaft.

Die SPD vertraute bei ihrem damaligen Wahlkampf auf einen deutschen Werber namens Frank Stauss. Eben dieser Stauss, Co-Chef der Agentur Butter, 48 Jahre alt, ein 1,90 Meter großer Hüne mit Glatze, arbeitet heute für die ÖVP und ihren Chef Michael Spindelegger.

Die Handschrift des SPD-Werbers ist im anlaufenden Nationalratswahlkampf bereits zu erkennen. Was nämlich 2005 in Deutschland "Merkelsteuer, das wird teuer“ hieß, heißt heute "Stoppt die Faymann-Steuern“.

Dazu gibt es eine Wahlplakat-Serie in dreifacher Ausführung: "... und morgen das Elternhaus?“; "... und morgen die Familien?“; "... und morgen Omas Sparbuch?“

Bleibt die Frage: Kann es funktionieren, ein für eine sozialdemokratische Partei initiiertes Konzept einer konservativen Partei überzustülpen? Und wird sich die angesprochene Mittelschicht tatsächlich vor einer "Faymann-Steuer“ fürchten? Dass einem Spindelegger mit diesem Slogan gelingt, was einem Schröder verwehrt blieb, nämlich Nummer eins zu werden, würde doch eher verwundern.


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