Das Liebesleben der Bohème und seine Folgen

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Die Filmadaption von Henry James’ Roman "What Maisie Knew“ ist im Vergleich mit der Vorlage ein bissl reaktionär ausgefallen

Wenn ihre Eltern sich wieder einmal streiten und deshalb den Pizzaboten ignorieren, weiß Maisie, was sie zu tun hat. Sie holt ein paar Scheine aus der kleinen Geldtruhe und vergisst auch nicht auf das Trinkgeld. Dann bekommen wenigstens sie und ihr Kindermädchen ein Abendessen.

Solche, die lebenspraktische Vernunft des Mädchens belegende Szenen gibt es einige in diesem Film. Die sechsjährige Maisie, Tochter einer Rockmusikerin und eines Kunsthändlers, wächst in einer Erwachsenenwelt in New York auf. Und im Leben der Bohème, so suggeriert "What Maisie Knew“ (deutscher Verleihtitel: "Das Glück der großen Dinge“), gelten zwar weniger Regeln, dafür ist die Eigenverantwortung umso größer.

Tatsächlich ist die Selbstdisziplin, mit der das Mädchen das Gezänk und die Trennung seiner Eltern hinnimmt, beachtlich. Dass Mutter Susanna (Julianne Moore) und


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