Herr Selig sucht das Glück im sonnigen Kalifornien

Feuilleton | Buchkritik: Gerhard Midding | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Christine Wunnicke erzählt in Selig & Boggs die Frühgeschichte Hollywoods als liebevollen Schelmenroman nach

Dass sich eine deutsche Schriftstellerin für zwei reichlich vergessene amerikanische Filmpioniere interessiert, ist schon ein prächtiges Kuriosum. Ein Rätsel ist es allerdings nicht. Denn Christine Wunnicke tummelt sich gerne in der Kulturgeschichte, erkundet deren entlegene Regionen und zeichnet gern Biografien unbesungener Heldinnen und Helden nach. Sie folgt einer ungezwungenen, ausschweifenden Neugierde und ist dem jeweiligen Gegenstand stets innig zugetan. Ihre Webseite trug neulich Trauer nach dem Tod James Gandolfinis.

Wunnickes neuer Roman, der recht besehen eher eine Novelle ist, spielt zu Anfang des 20. Jahrhunderts, als der Film noch einen schlechten Leumund als Jahrmarktsvergnügen hatte und Chicago nach dem Großraum New York das zweitwichtigste Zentrum der US-Filmproduktion war. Ihre Titelhelden sind historisch verbürgt: Der tierliebe Colonel William N. Selig verfügte


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