Buch der Stunde

Swimmingpool oder Das Böse unter der Sonne

Nicole Scheyerer | Feuilleton | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Wenn es in Literatur um Literatur geht, kann das sehr reizvoll, aber auch tückisch sein. Wird das Werk im Werk nur als bedeutsame Referenz aufgerufen oder kriegen wir davon auch etwas zu lesen?

So viel gleich vorweg: Von dem Gedicht, das den Angelpunkt von Deborah Levys Roman "Heim schwimmen“ bildet, kennen wir bis zum Schluss keine einzige Zeile. Dafür macht das überraschende Ende die katalysatorische Kraft des Poems umso deutlicher.

Das erste Bild ist auch das letzte Bild: Ein Körper treibt in einem Swimmingpool und alle stürzen auf diesen zu. In der Eröffnungsszene des Kurzromans, der exakt eine Woche umspannt, liegt Kitty Finch nackt im Wasser. Die junge Frau ("was für eine Schönheit“) wird die in einer Villa urlaubende Familie aus London ordentlich aufmischen.

Die Botanikerin und Borderlinerin urlaubt nämlich nicht wie behauptet in Frankreich, sie ist vielmehr dem von ihr verehrten Dichter Joe Jacobs gefolgt. Sie will ihm das besagte, von ihr verfasste Gedicht vorlegen.

Der

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