Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Coffee Creamer von Joya

Das Auge trinkt mit: über Verpackung und Inhalt

Stadtleben | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Wer morgens gerne einen schönen Kaffee mit ordentlich viel geschäumter Milch trinkt, der greift meist aus Gewohnheit zum Kuhprodukt. Wenn aber der Magen manchmal drückt, dann hört man auch einmal zumindest mit einem Ohr auf die Apologeten der Kuhmilchverweigerung. Der nächste Schritt ist die Ziegen- oder Schafmilch, mit der man allerdings nicht allzu warm wird. Danach kommen Experimente mit allerlei Getreidemilchsorten, die den zauberhaften Esprit eines Caffè Latte gänzlich zu zerstören wissen.

Morgens ist auch die Zeit noch nicht reif für einen Kaffee, der schwarz wie der Teufel und süß wie die Liebe ist, wie Frau Großmama den Bohnentrank liebevoll zu beschreiben wusste. Nun hat die Firma Joya einen "Coffee Creamer“ auf den Markt geworfen. Voll Ekel blieb er eine Zeitlang in der hintersten Ecke des Kühlschranks stehen und erinnerte einen an triste Büroatmosphären mit schlechtem Kaffee und Billigsdorfer-Maresi. Der erste Versuch mit dem Coffee Creamer den Kaffee zu cremen scheiterte, aber nicht ganz. Erstaunlich ist, dass der Geschmack nahezu neutralisiert wurde. Negativ aufgefallen ist, dass die Substanz im heißen Kaffee gerinnt. Aufgeschäumt ist die Sache allerdings interessant. Zu Beginn war noch ein homöopathisch dosierter Getreidegeschmack zu spüren, an den man sich jedoch flugs gewöhnte. Man muss sagen, hier ist etwas gelungen, was zunächst völlig zu Unrecht abgekanzelt wurde. Vielleicht liegt es an der Verpackung? Da hätte man sich wirklich mehr Mühe geben können. MS


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