Jetzt kocht die Tochter doch

Stadtleben | Lokalkritik: Florian Holzer | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Stefanie Herkner machte ein Installateurgeschäft zum Beisl. Ist uns nicht wurscht

Man kann schwer über Stefanie Herkner schreiben, ohne erst einmal ein paar Worte über ihren Vater Heinz Herkner zu verlieren. Heinz Herkner war in den 1970ern und 1980ern einer der besten Köche Wiens, war im Sachsengang, in der Kervansary, im Scampi und im Johanneshof, bis ihm die Gourmetsache aber echt reichte und er 1984 ein grandios heruntergekommenes Gasthaus in Neuwaldegg übernahm, das fortan das "Zum Herkner“ war und heute noch ist. Hier kochte er genau das Gegenteil von zuvor, nämlich Gerichte aus Wiener Bassenaküchen, die längst in Vergessenheit geraten waren, das schwärzeste und würzigste Bruckfleisch der Welt etwa oder einen Nudel-Bries-Auflauf - Gerichte, die für die Generation Branzino eindeutig aus der Hölle kamen, stylische Antimaterie sozusagen.

Herkner wurde Kult und machte nie ein Hehl daraus, dass ihm das extrem auf die Nerven ging. Nach seinem Tod wurde das Lokal 2001 an Karl


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige