Pardon, ist es gestattet zu entern?

Steiermark | Reportage: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

Das schwere erste halbe Jahr von Philipp Pacanda, dem einzigen Piraten im Grazer Gemeinderat

Philipp Pacanda hat wohl von allen Grazer Gemeinderäten das anstrengendste Leben. Nicht nur ist er der einzige Pirat und verfügt damit weder über ein Büro noch über bezahlte Mitarbeiter. Er ist zudem der einzige, dessen Fraktion nicht in der Stadtregierung vertreten ist, wodurch alle anderen immer mehr wissen als er. In den acht Tagen vor der letzten Gemeinderatssitzung haben er und seine Mitpiraten wie jedes Mal voll reingehackelt, auch übers Wochenende. "Ich müsste mich heute dreiteilen“, twittert er am Dienstag, "Ich sterb gleich!“, am Mittwoch. Donnerstagfrüh, am Tag der Sitzung, haben schon zwei Zeitungen über seinen geplanten Coup berichtet. "Piraten nehmen Nagl in die Online-Zange“, titelte die Grazer Woche, der 33-jährige will per Dringlichem Antrag Bürgerpetitionen durchsetzen. Jetzt, während der Sitzung, schießt er Facebook-Einträge teils im Minutentakt raus.

Pacanda


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