Phettbergs Predigtdienst

Nix zum Glanz des Löwenherz beizutragen

Kolumnen | aus FALTER 28/13 vom 10.07.2013

In der Tat scheint "mein“ Predigtdienst länger zu existieren als die Lesbisch-schwul-bi-trans-Buchhandlung Löwenherz! Denn heute begehen die Löwenherzen 20 Jahre! Ich schäme mich, früher da gewesen zu sein und nix zum Glanz der Löwenherzen beizutragen, außer heute zu gaffen. Die beiden Gründungsengel der Löwenherzen waren immer äußerst lieb, und ich weiß jetzt nicht einmal ihren Namen hierherzutippen. Nein, ich warte, bis eze aufsteht: Hans Jürgen Ostler und Veit Georg Schmidt. Nun weiß ich auch den Namen des aktuellen Lehrlings, den ich noch nie anzusprechen wagte: Michael.

Die beiden schwulen Gründer begannen ihr Studium mit dem Studium der Theologie. Es ist allerbestens, dass Theologie studiert werden kann. Auch wenn es kein Gotty gibt, als Glasperlenspiel ist Gotty aller-weisestes Märchen. Ich muss doch einmal bitten, das "Glasperlenspiel“ Hermann Hesses mir vorzulesen. Immer wollte ich alles dannnnnnn machen, aber mir kommt es dann NIE zum Bewältigen. Ich bin - statt Gotty ein Jammer!

In der Buchhandlung gab es Geschenke für die Treue der Immerkommenden, ich, der nie einkauft, ich durfte sogar dem Lehrling Michael die Hand küssen. Bzw. ich wagte ihm die Hand zu küssen. Ja, wenn du eine alte und bekannte Lachnummer bist, dann darfst du so was! Es gab ein Getränk aus Sekt mit allen Obstsorten gemixt, das ergab die Regenbogenfarben des Getränks, das hat einen Fachausdruck, den alle Säufys wohl kennen?

Dazu gab es eine Kilometertorte aus Nussteig. Sie wurde mit Zucker ganz überzogen und darauf waren lauter aus Marzipan modellierte Bücherregale gestapelt. Und mich warf der Alkohol fast um. Nie wieder Alkuhol. Mir wurde zum Jubiläum sogar ein schwules Buch geschenkt, da ich nie mir mehr was leisten kann: "Vielleicht Liebe“ von Hans Stempel und Martin Ripkens aus dem Querverlag!

Aber nun renn ich bereits ins Spittelbergkino zur heutigen Vorstellung "Der Papst ist kein Jeansboy“.

Morgen wiederholt sich der Tag, wo Ewald Penz am Zentralfriedhof in einem Armengrab beigesetzt worden ist, und Dr. Walter Ferner ließ Ewald Penz bei sich bis zum Tode wohnen. Wir gehen drum, mit einem Taxi, morgen Vormittag zu Ewalds Grab. Ein übervoller Tag geht hiemit zu Ende.

Phettbergs Predigtdienst ist auch über www.falter.at zu abonnieren. Unter www.phettberg.at/gestion.htm ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr


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