Das etwas andere Alpenglühen

Das Jubiläum ist überstanden, die Theatertage Weißenbach gehen diese Woche in ihre elfte Runde

Lexikon | Tiz Schaffer | aus FALTER 29/13 vom 17.07.2013

Schauspiel jenseits von Graz muss nicht gleich Bauerntheater sein", hieß es einmal in einem Falter-Artikel zu den Theatertagen Weißenbach. Voriges Jahr feierten diese ihr zehnjähriges Jubiläum. Natürlich in Weißenbach, ein Ortsteil der Marktgemeinde Haus im Ennstal. Verantwortlich dafür ist die Initiative Theaterland Steiermark unter der künstlerischen Leitung von Peter Faßhuber (siehe Steiermark-Teil S. 45), die sich um die Entwicklung und Umsetzung von Theaterfestivals in allen steirischen Regionen bemüht. Die Theatertage Weißenbach nennen sich selbst übrigens "Das etwas andere Sommertheaterfest".

In den zwei Wochen findet man nun in dem obersteirischen Dörflein neu bearbeitete Klassiker, eine Schizokomödie, Tanz-und Textperformances oder Tanztheater für ein junges Publikum. Dafür verantwortlich sind etwa das Wiener Theater 04, Theater A.C.M.E &Dramagraz, Veza M. Fernández-Ramos &Christoph Szalay oder das Grazer Mezzanintheater.

Das Theater Oberzeiring, das Theo, nimmt sich "Alpenglühen" von Peter Turrini zur Brust. Ausnahmsweise inszeniert der Macher des Festivals, Peter Faßhuber, gleich selber. Ein blinder Mann auf einer einsamen Berghütte ahmt im Auftrag des Tourismusverbandes die Stimmen von Tieren nach: "Kuckuck"! Perfide. Als dann ein Mädchen namens Jasmine auftaucht, gerät seine Welt auch noch aus den Fugen; das Stück ist ein "poetisches Spiel von Sein und Schein". Zum Auftakt am Freitag und Samstag um 20 Uhr im Gsöllhof.

Auf diesen Seiten schon hinlänglich gelobt wurde Matthias Ohner und sein Grazer Vorstadttheater. Die Ödön-von-Horváth-Adaption "Jugend ohne Gott", die erst unlängst im Grazer Schauspielhaus Premiere feierte, entwickelte Ohner gemeinsam mit dem Regisseur Ed Hauswirth vom Theater im Bahnhof. Nach einer kurzen Zwischenstation in Eisenerz ist diese One-Man-Show am 31.7. um 20 Uhr im Gsöllhof zu sehen -Ohner wird in seinem Solo zur Erkenntnis kommen, dass sich an der "Haltung der Menschen zum Fremden nicht viel geändert hat."

Zudem wird Besuch aus Wien erwartet: Auch "Du bist nicht allein" ist eine One-Man-Show, allerdings eine surreale. Angetragen wird dieser Monolog, eine Arbeit von The Practical Mystery, als Schizokomödie. Auch dazu war im Falter schon zu lesen: "Dem abgelutschten Thema Coaching lässt sich ein großartiger Abend abringen." Der letzte Abend am 2.8. um 20 Uhr gehört übrigens Dresden: "Freakshow -The Best in Town" ist eine "Tunnelfahrt in den Bodensatz des Zirkus" und zwar von Freaks & Fremde Dresden.

Weißenbach, vom 19.7. bis 2.8.


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