Kolumne  

Der Militärputsch in Ägypten löst das Islam-Problem nicht

Falter & Meinung | Außenpolitik Raimund Löw | aus FALTER 29/13 vom 17.07.2013

In der außenpolitischen Argumentation der USA hat der Ententest Tradition. Während des Kalten Krieges hatte man damit gerne linke Nationalisten zu bösen Agenten Moskaus gestempelt. Was aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, so der berühmte Spruch, das ist wohl auch eine Ente. Auf Ägypten angewandt ist das Ergebnis klar: Der Sturz des Präsidenten Mohammed Mursi war ein Militärputsch.

Blutige Provokationen gegen demonstrierende Islamisten, die Ausschaltung unliebsamer Medien, Anklagen gegen den inhaftierten Ex-Präsidenten und seine Parteigänger, Verhaftungen und Repression. Was braucht man in Washington D.C., Brüssel und Berlin eigentlich noch mehr an Beweisen?

Nicht jeder Coup ist gleich. Generalstabschef Al-Sisi, der starke Mann des neuen Regimes, will liberale Politiker, abtrünnige Islamisten und die Vertreter der christlichen Minderheit hinter dem Regime scharen. Aushängeschild könnte Mohammed El-Baradei werden, der Friedensnobelpreisträger,


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