Das Imperium Romanum schlägt zurück

Politik | Rezension: Franz Kössler | aus FALTER 29/13 vom 17.07.2013

Die deutsche Euro-Hegemonie bedroht den Mittelmeerraum. Zwei Texte diskutieren, wie die Südeuropäer ihre Kultur bewahren könnten

Mit dem Beitritt Kroatiens ist die EU wieder ein Stück südlicher geworden. Die Sehnsucht der nördlicheren Europäer nach der Leichtigkeit des Seins im Süden hält ungebrochen an; die Begeisterung über die jüngste Gewichtsverschiebung hält sich dennoch in Grenzen.

Das süße Leben, la douceur de vivre, la dolce vita als mediterranes Lebensgefühl hat einen bitteren bis bedrohlichen Beigeschmack bekommen: Diese Laissez-faire-Haltung wird für die Eurokrise und die Identitätskrise der EU verantwortlich gemacht.

Politische Instabilität und ineffiziente, korrupte Verwaltungen sind auch unseren Staaten nicht fremd. Dennoch werden sie gerne zu Charakteristika der Mittelmeerländer erhoben. Griechenland, Portugal, Spanien, Zypern, Italien stehen unter Verdacht. Selbst Frankreich, dessen Bündnis mit Deutschland das Fundament der EU bildet, gerät in den Geruch


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