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Pressekolumne

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 29/13 vom 17.07.2013

Im beginnenden Wahlkampf wollen Politiker nichts lieber, als sich von ihrer persönlichen Seite zeigen. Angela Merkel gab der Brigitte jüngst ein Interview, im Kurier plauderten Michael und Margit Spindelegger darüber, wie sie sich bei Kässpätzle kennenlernten. Letzteres war ziemlich banal.

Wer lesen will, was menschelnde Politiker und guter Journalismus zusammenbringen, sollte lieber die letzte Ausgabe des Magazins der Süddeutschen Zeitung in die Hand nehmen. Dort sprachen die Schauspielerin Maria Furtwängler und die deutsche Sozialministerin Ursula von der Leyen, beide ausgebildete Ärztinnen, in einem Doppelinterview über ihre demenzkranken Väter und was das für sie und unsere Gesellschaft bedeutet. Sie wurden persönlich und blieben gleichzeitig politisch, indiskret war es nie. Menschelnde Politikerinterviews müssen nicht unseriös, banal oder peinlich sein, wenn sich vier kluge Frauen über das Politische im Privatleben von Prominenten unterhalten.


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