Buch der Stunde

Brennen sollst du, Unternehmer deiner selbst!

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 29/13 vom 17.07.2013

Noch jemand ohne Burnout?“ titelte die Zeit im Dezember 2011 auf "frech“ und illustrierte die Coverschlagzeile mit einem Dutzend Zündhölzer - elf davon abgebrannt. Dem hier nahelegten Verdacht, es könnte sich bei dem vieldiagnostizierten Phänomen um eine Art "Modekrankheit“ handeln, wird in dem vorliegenden, von zwei Frankfurter Soziologen herausgegebenen Sammelband u.a. durch einen historischen Abriss über Belastungspathologien der Moderne nachgegangen.

Die Metaphorik des Ausgebranntseins wird anhand der Bilder vom verkohlten Streichholz, vom entleerten Akku und vom ewigen Hamsterrad analysiert, und Ulrich Bröckling zeigt in seinem Beitrag sehr schön, wie durch ständige "Bildbrüche im Metapherngestöber“ zwischen Apokalypsebefund und Therapiepragmatik geswitcht und schließlich "ausgerechnet die konsequente Ökonomisierung des Verhältnisses zu sich selbst“ als Antidot "gegen die Zumutungen radikal vermarktlichter Arbeitsverhältnisse“ angepriesen wird.

Der in die USA


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