Prost!  

Über Brause für alle, Verpackung und die Corporate Identity

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Ahoj-Brausepulver

Stadtleben | aus FALTER 29/13 vom 17.07.2013

Man könnte bei der Ahoj-Brause noch einiges besser machen, aber eines stimmt: die Verpackung. Die kleinen, mit Pulver gefüllten Säckchen kamen erstmals im Jahr 1925 auf den Markt. Der Kaufmann Theodor Beltle wollte eine "Limonade für alle Bevölkerungsschichten“ erfinden und machte sich die chemischen Eigenschaften von Natron und Weinsäure zunutze, um den typischen Prickeleffekt zu generieren.

100 Jahre zuvor war ja schon ein gewisser Johann Jacob Schweppe mit seiner Idee, Kohlensäure in Wasser zu verfrachten, erfolgreich gewesen. Später wurde er sogar britischer Hoflieferant für Indian Tonic Water. Warum dann nicht eine prickelnde Limonade ohne Sodatechnik erfinden? Klassiker sind Orange und Zitrone - später kamen noch Himbeer-, Cola- und Waldmeistergeschmack hinzu. Zucker, Süßungsmittel, Aroma, Lebensmittelfarbe, Zitronensäure sowie Natron und Weinsäure - mehr ist da nicht drin. Hört sich sehr industriell und trashig an - im Vergleich zu anderen Limonaden, die mit Wasser im Plastikverpackung vermarktet werden, ist da nicht viel Unterschied, außer, dass die fiesen Geschäfte mit Wasser und Müll wegfallen.

Das hat allerdings zur Folge, dass die Firma Frigeo sich jetzt ein ganz skurriles Ding ausgedacht hat: Schokoriegel mit Brauseeffekt. Ob das gut geht? Warum nicht andere Geschmacksrichtungen ausprobieren, vielleicht mal auf ein Süßungsmittel verzichten oder Kräuter- und Pflanzenextrakte verwenden? Stünde die Corporate Identity auf dem Spiel? MS


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