Ins Mark  

Da braut sich was zusammen

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 29/13 vom 17.07.2013

Es wird oft darüber diskutiert, ob Kunst und Kultur folgewirksam auf die Gesellschaft einwirken. Schaut man derzeit in den Grazer Stadtpark, kann man die Frage einmal guten Gewissens mit Ja beantworten. Zwar ist eine DJ-Line keine politische Kunst, dreht man eine solche aber ab, kann das für einen ordentlichen Wirbel sorgen. Dem Grazer Parkhouse, der Café-Institution im Stadtpark, wurde diese nämlich von der Landespolizeidirektion untersagt.

Das ist nur eines der Themen der Facebook-Gruppe "Occupy Stadtpark“, die kürzlich gegründet wurde und auf der es derzeit ziemlich rund geht. Auf ihrer Agenda: ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichem Gut, gerade im Hinblick auf den Stadtpark. Es geht also um Verbotspolitik, aber etwa auch um das Wohnbauprojekt "Pfauengarten“ am Rande des Stadtparks, in das nach Fertigstellung betuchtere Menschen einziehen werden. Deshalb wird spekuliert, ob bereits dieser Tage rigoros vorgegangen wird, damit die Herberge dereinst ihre Ruhe hat. Für Unmut sorgte auch, dass Bürgermeister Siegfried Nagl darüber nachdenkt, im Künstlerverein Forum Stadtpark ein Café unterzubringen.

Dass sich die Gruppe, zumindest bislang, mit untergriffigem Nagl-Bashing, der impulsiven Verbreitung von Mutmaßungen und Grundsatzdiskussionen selbst nichts Gutes tut - dislike! Aber es ist wohltuend zu beobachten, dass der Unmut über Verbotspolitik, Angriffe auf den öffentlichen Raum und eine Kulturinstitution über eine soziale Plattform ein Gesicht bekommt. Und Folgen zeitigt: Die Betreiber des Parkhouse wurden schon letzte Woche ins Bürgermeisteramt geladen, um das Problem in den Griff zu kriegen - like!

Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter


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