"Faceless" im Quartier21 zeigt die vielen Gesichter der Anonymität

Feuilleton | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Intim und zugleich anonym, so zeigt der niederländische Künstler Frank Schallmaier schwule Männer, die ihr Selfie ins Netz stellen. Durch den Fotoblitz mutiert ihr Gesicht zum Lichtkegel, in der vom Künstler vorgenommenen Montage hunderter Bilder verliert die einzelne Person die Individualität, wird zur Nummer einer Serie.

Die Kuratoren Bogomir Doringer und Brigitte Felderer widmen sich in der Ausstellung "Faceless" im Quartier 21 dem Thema Anonymität. Dabei gelingt es ihnen, die Übergänge zwischen sexuellem Underground, Mode und politischem Aktivismus sichtbar zu machen. Der chinesische Fotograf Ren Hang bildet ineinander verschlungene, gesichtslose Körper ab und testet so die Toleranz staatlicher Zensoren.

Nienke Klunder inszeniert die Figur einer Diva als Komposition aus Haaren und Faltenwürfen, die den Unterschied zwischen Puppe und echtem Körper aufheben. Der deutsche Fotograf Jan Stradtmann wiederum inszeniert den anonymen Menschen in seiner geheimnisvollen Unbestimmheit.


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