Kommentar

Antifa ohne Faschos: Warum Denkmäler ihre Kraft verlieren

Öffentlicher Raum

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

"Das ist nicht Kunst. Das ist krank", hat jemand - in englischer Sprache - auf das Denkmal geschmiert. Es erinnert am Wiener Morzinplatz an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Homosexuellen, Lesben und Transgenderpersonen. Das Werk der Künstlerin Jakob Lena Knebl heißt "Schwule Sau", ein Titel, der die Passanten zu Reaktionen provozieren soll. Aber sie spucken nicht. Seit der Einweihung des temporären Denkmals Mitte Mai ist es noch immer nicht entweiht. Weder beschwerte sich die konservative Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel über das Mahnmal, noch gab ein rechter Zeitungskommentator einen Schuss nach dem altbewährten Argumentationsmuster ab: "Und diesen Dreck bezahlen wir?!"

Das Antifa-Denkmal hat zwar weiterhin Konjunktur, aber keiner geht hin. Von der Öffentlichkeit beinahe unbemerkt, machte die Künstlergruppe Plattform Geschichtspolitik unlängst eine Intervention beim Denkmal für den Schriftsteller Josef Weinheber am Schillerplatz.

Die Geschichtsaktivisten schaufelten


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