Mediaforschung

Mit wem sollen wir unser Cola trinken, Frau Krupica?

Verführungskolumne

Medien | Philip Gaspar | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Manch einer wundert sich vielleicht, warum er sein Cola mit einem "Partytiger" oder einem Menschen namens Alexander teilen soll. Das ist der neueste Schmäh der Coca-Cola-Werbung, die meint, man solle den Softdrink gemeinsam mit anderen genießen.

Auf den Dosen und Flaschen sind meistens Vornamen abgedruckt. Bei der Auswahl wurde auf Daten der Statistik Austria zurückgegriffen: Man eruierte die 150 häufigsten Namen der Geburtsjahrgänge 1984 bis 2000, nicht zufällig die Hauptzielgruppe der Kampagne. Zusätzlich sollen Begriffe wie "Partytiger" oder "Loverboy" Sommerfeeling vermitteln.

Ursprünglich eine australische Kampagne, startete sie heuer auch in Europa. Laut Sigrid Krupica, Pressesprecherin von Coca-Cola Österreich läuft sie erfolgreich: Man verzeichne ein Absatzplus von fünf Prozent.

Die individuelle Gestaltung der Etiketten soll die Kundenbindung stärken: Bei sogenannten Coke Events wurden bereits mehr als 100.000 Dosen bedruckt und verteilt, auf der Firmenwebsite kann man Flaschen gestalten und digital versenden.

Kurz nach dem Start der Aktion tauchten Bildmontagen online auf. Wörter wie "Kuhmist" und "Durchfall" zierten die Flaschen. Coca-Cola erstellte daraufhin eine Blacklist, bestimmte Begriffe wurden verboten. Auch wenn manch einer einen Scherz mit dem Softdrinkhersteller treibt, sieht das Krupica positiv. Offensichtlich sorgt die Kampagne für Gesprächsstoff. Auch Markennamen der Konkurrenz stehen auf der schwarzen Liste.


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