Nüchtern betrachtet

Ich möchte den Grünen keine Noten geben

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Wie findest du mich eigentlich?" Ich glaube, diesen Satz mag mag man weder äußern noch anhören. Er riecht nach dem Angstschweiß ungeliebter Volksschüler, die sich im Windschatten der popular boys and girls gern ein wenig aus der Schusslinie genommen sähen. Zuneigung kann man aber weder erschnorren noch erpressen, und es macht ein bisschen depri, zusehen zu müssen, wenn es jemand dennoch versucht.

Auch ist es nicht jedermanns Sache, Zuneigung öffentlich zur Schau zu stellen. Im Grunde gibt es zwei Schulen: diejenigen, die Telefongespräche mit "Hab dich lieb"-Geflöte beenden und diese "Mwah! Mwah!"-Geräusche beim Grußkuss machen, und diejenigen, die Liebesbekundungen durch irgendwas zwischen "schon okay" und "wrmpffzz" ersetzen. Beide Schulen haben ihre Schattenseiten, aber zum Glück gibt's ja auch ein breites Spektrum dazwischen.

Neulich haben mir die Wiener Grünen einen Zettel aufs Rad geklemmt. Auf dem Zettel stand unter anderem, ich solle den Wiener Grünen eine Schulnote


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