Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Pop

David Lynch: The Big Dream

Sein letzter abendfüllender Film, "Inland Empire", liegt so lang zurück, dass man glauben könnte, David Lynch habe als Regisseur alles gesagt. Dafür legt er in seinen 60ern musikalisch los. Nach dem noch eher soundtrackartigen Debüt "Crazy Clown Time" (2011) veröffentlicht der Eigenbau-Musiker nun ein zweites Album, auf dem es ihn mehr in Richtung Songs zieht. Diese drehen sich um Träume, Mädchen und Angst und fahren hypnotisierende Elektroblues-Arrangements auf. Lynchs grotesk verzerrte Stimme ist das i-Tüpfelchen. (Sunday Best) SF

Global

Diverse: Mirror to the Soul

Neben Retromanie und Reissue-Wahnsinn haben die letzten Jahre auch eine Hochblüte der Musik-Archäologie gebracht. Labels wie Soul Jazz oder Analog Africa stellen mit großer Sorgfalt und bisweilen wissenschaftlicher Akribie Compilations mit Sounds aus aller Welt zusammen. "Mirror to the Soul" feiert auf zwei CDs die ungemein facettenreiche Musik der Karibik. Calypso, Mambo, Ska und Funk aus den 1950ern bis 70ern trifft auf zeitgenössische Aufnahmen. Das klingt so mitreißend, wie die beiliegende DVD und das Begleitbuch informativ sind. (Soul Jazz) SF

Klassik

Thomas A. Irnberger: Karl Goldmark

Der Salzburger Geiger Thomas Albertus Irnberger, Jahrgang 1985, gehört zu den produktivsten Musikern auf dem Plattenmarkt, seine Diskografie umfasst über 20 Aufnahmen. Viele Raritäten befinden sich darunter, so auch sein jüngster Wurf mit dem Violinkonzert in a-Moll und der Violinsonate in D-Dur von Karl Goldmark. Herrliche Musik, sehnsuchtsvoll und schwer romantisch - hier und da hört man, dass Goldmark mit Brahms befreundet war. Irnberger findet dafür stets den richtigen Ton: kantabel und expressiv. Kurz gesagt: berückend schön. (Gramola) MDA


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