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Überwachungsstaat und Cybermobbing fördern den Wunsch nach Anonymität. Wie verträgt sich das mit dem Hunger auf Ruhm und Einzigartigkeit?


Essay: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Diesmal strahlen die Urlaubsfotos nicht so heiter. Der Architekt H. N. (Name der Redaktion bekannt) nahm seine Kinder am Strand von Grado auf und stellte die Bilder auf seine Facebook-Seite, nicht ohne vorher die Augen der Kids mit einem schwarzen Balken versehen zu haben.

Verpixelte Illustriertenfotos sollen die Kinder von Prominenten vor Entführern schützen. Welcher Verbrecher aber sollte schon Interesse an unbekannten Mittelschichtssprösslingen haben? Die sozialen Netzwerke des Internets sind wie ein globales Familienalbum. Hat der Familienvater durch die Mitgliedschaft bei Facebook sein Recht auf Privatsphäre nicht ohnehin längst verwirkt?

Die Ausstellung "Faceless" zeigt verschiedene Varianten der Gesichtslosigkeit und macht eines deutlich: Die Begeisterung über die Multiplikationsmöglichkeiten des eigenen Gesichts, dieser Visitenkarte des Selbst, lässt nach. Eine Sehnsucht nach Anonymität breitet sich aus. Woher kommt dieser Wunsch, unerkannt zu bleiben?

Als Popstar Rihanna

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