Das Geheimnis der Hornbrille

Vor 50 Jahren überfiel Bruce Reynolds einen britischen Postzug. Anlässlich einer TV-Doku erinnert sein Sohn an den legendären Gentleman-Räuber

Feuilleton | Feature: Joachim Schätz | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Vorne steht ein Fernsehreporter, hinten winken Kinder im Sonntagsstaat. Eine Farm nahe London habe beim Raubüberfall als Beuteversteck gedient, verkündet der Journalist. Den Attraktionswert dieser Nachricht belegen die angereisten Schaulustigen, die sich vor die Kamera drängen. Die Geschichte handelt nicht zuletzt von ihrer eigenen Popularität. Den "ersten realen Fernsehkrimi" nennt eine neue deutsch-österreichische Fernsehdokumentation den legendären Postzugraub von 1963, dem Scotland Yard damals auf der Spur war. Neben den eingesessenen Boulevardzeitungen machte vor allem das relativ junge Massenmedium den Überfall zum Popmythos.

Bestaunt wurde die kaltschnäuzige Präzision des Überfalls, der am 8. August 1963 bei Ledburn binnen einer halben Stunde abgewickelt war. Die 15-köpfige Bande erbeutete - ohne den Einsatz von Schusswaffen, - 2,6 Millionen Pfund, was heute 47 Millionen Euro entspricht. Die langwierigen Fahndungen, die ungewöhnlich harten Haftstrafen -bis zu 30 Jahre


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