Lohengrin ans Telefon, das Abendessen wartet schon

Paulus Manker gesamtkunstwerkelt das Stationendrama "WagnerDämmerung" in die K.K. Telegrafen-Centrale

Feuilleton | Exkursion: Martin Lhotzky | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Richard Wagner war besessen von der Idee des Gesamtkunstwerkes. Er sah es in der antiken attischen Tragödie schon verwirklicht, baute den Gedanken in "Oper und Drama"(1850/51 im Züricher Exil verfasst) aus und musste sich zuletzt doch mit dem enttäuschend konventionell geratenen Bayreuther Festspielbetrieb begnügen. Nur zu verständlich, dass er es da vorzog, in Venedig vor sich hin zu granteln und dort kurz vor Abschluss seines 70. Lebensjahres zu versterben.

Paulus Manker muss zwar auf die Unterstützung durch einen spinnerten bayerischen König verzichten, aber zum Gesamtkunstwerk im Sinne des jüngeren Wagner fehlt bei seinem jüngsten Projekt "WagnerDämmerung" dennoch nicht viel.

Schon die Fassade des Spielortes, die "K. K. Telegrafen-Centrale" (vulgo k. k. Postund Telegrafenamt hinter der Börse), mit aus Fenstern und Türen hervorquellenden Schaumstoffklumpen (Josef Trattner) ist Teil der Ausstellung "Extase" im Inneren. Ein wandelbarer Trickfilm ("Why Don't We Wagner?", Michael


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