Nachgesehen

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Der Telekom-Prozess: kleine Szenen eines großen Verfahrens

In der Pause stehen sie dann alle in der Kantine zusammen. Die ehemaligen Spitzenpolitiker von BZÖ und FPÖ, ihre Lobbyisten und ihre Richter. Peter Hochegger wäre heute Multimillionär, wenn diese vedammte Affäre nicht geplatzt wäre. Jetzt kauft er sich eine Jause in der Justizkantine. Er wirkt gealtert, er will kein Interview geben, jetzt nicht, weil da müsse man tiefgründig antworten, dazu fehle ihm nun die Zeit.

Hochegger ist mit neun anderen angeklagt. Er soll mitgeholfen haben, mittels Scheinrechnungen rund eine Million Euro Telekom-Geld an das BZÖ weitergereicht zu haben. Der Staatsanwalt wittert Untreue und klagte FPÖler und ihre Werbeleute an. Auch Gernot Rumpold, Haiders Mann fürs Grobe, sitzt auf der Beschuldigtenbank. Manche gestehen, manche leugnen. "Sie bringen sich gegenseitig um", sagt ein Anwalt und nippt am Espresso. Im Falle einer Verurteilung drohen Haftstrafen. Hochegger sagt: "Ich habe damit nichts zu tun."


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