Alle sind jetzt auch mal Ariel

Stichwort "niederschwellig": Brunnenpassage und Volkstheater entwickeln gemeinsam eine Paraphrase von Shakespeares "Sturm"

Feuilleton | Reportage: Klaus Nüchtern | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Es ist eine Art Trockenschwimmübung auf der Theaterbühne. Denn das seichte Geviert, durch das gerade ein Dutzend Leute nach vorne robbt, wird bei der Aufführung mit Wasser gefüllt sein. Im Hintergrund ragt eine schiefe Ebene hoch, auf der steht der Chor und fetzt sich gerade mit Prospero, der am Bühnenrand in ein Mikro spricht.

"Ich habe das Gefühl, die Luft ist schon draußen", meint Regisseur Daniel Wahl, und hält die Truppe um Ariel an, ihre Freiheit doch leidenschaftlicher einzuklagen. Kurze Zeit später gibt's eine kurze Pause: "Schön was trinken, bisschen essen", empfiehlt Wahl, gebürtiger Zürcher und derzeit am Schauspielhaus Hamburg beschäftigt. Er ist einer der wenigen Profis am Set. Die Darsteller sind allesamt Laien, unter ihnen auch solche mit bosnischer, spanischer, afghanischer oder chinesischer Muttersprache.

Initiiert hat das Projekt der Kunstsozialraum Brunnenpassage am Yppenplatz. Viele der Darsteller kennen sich schon von dort. Auch Emil Purtscheller, mit 13


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