Die neue Gefahr für den Journalismus

Gehört die Anonymität im Netz abgeschafft? Nein, zuerst müssen Onlinemedien Verantwortung übernehmen

Falter & Meinung | Kommentar: Ingrid Brodnig | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

Ist die Anonymität das größte Problem des Internets? Mit einem Kommentar im Standard trat die Schriftstellerin Julya Rabinowich eine Debatte los. Sie schilderte ihre eigenen Erfahrungen als anonyme Posterin. Rabinowich, eine kluge, eloquente und politisch engagierte Frau, hatte im Onlineforum der Tageszeitung tausende Kommentare unter dem Pseudonym "Jura Säufer" geschrieben. Nun gab sie öffentlich zu, dass auch sie die anonyme Kommunikation zur Entgleisung brachte und damals Dinge postete, die sie heute bereut.

Ihr Kommentar belegt, dass auch normale Menschen online oft aggressiver werden und in vielen Foren so viel Hass herrscht, dass die vernünftigen Stimmen gar nicht mehr gehört werden oder irgendwann selbst unvernünftig werden. "Hass ist ansteckend", stellt Rabinowich fest und fordert ein härteres Vorgehen, "zum Beispiel die Nennung des Echtnamens oder eine aktive Forenmoderation, wie das bei anderen Qualitätsblättern durchaus üblich ist."

Berechtigte Kritik. Einst träumten


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