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Pressekolumne

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 30/13 vom 24.07.2013

De mortuis nil nisi bene" ist ein lateinisches Sprichwort. Es besagt, dass man "über Verstorbene nur wohlwollend" sprechen möge.

Wer am Wochenende die Kleine Zeitung aufschlug, könnte meinen, der Waffenhändler Gaston Glock sei gestorben. Stimmt natürlich nicht, er wurde bloß 84 Jahre alt. Aber in einem doppelseitigen Porträt überschlug sich der Berichterstatter der Kleinen - im Übrigen leitender Redakteur des Blattes, also kein Anfänger - nur so mit Superlativen.

Glock "muss über unerschöpfliche Energie verfügen", mit seinem "Reitsportjuwel""Glock House Performance Center" ist er nicht nur "Garant für hochklassigen Sport", sondern bietet "das Exklusivste, was das gesellschaftliche Leben in Kärnten zu bieten hat", dank seiner "schier unerschöpflichen Finanzkraft". Ist Kärnten im Sommer echt so dröge? Oder ist mir etwas entgangen und Glock hat sich zum 84. Geburtstag schnell mal die Kleine Zeitung gekauft?


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