Abschiebegrund: Wahlkampf

Politik | Analyse: Florian Klenk, Barbara Tóth | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Die Innenministerin schiebt die Votivkirchen-Flüchtlinge ab und bringt den Kardinal in Rage. Rechnet sich das?

Da saßen sie nun, Gerhard Pürstl, der Wiener Polizeichef, und Wolfgang Taucher, der Asylamtschef. Draußen ließ die Hitze den Minoritenplatz wie eine Steppe flimmern, und sie hatten hier im Kleinen Protokollsaal in einem Hintergrundgespräch zu argumentieren, wieso von menschlicher Kälte keine Rede sein könne, wenn acht Pakistanis eine "Außerlandesverschaffung“ (Pürstl) erdulden müssen. Alles sei rechtens, alles penibel überprüft. Und nichts an ihrem Vorgehen sei "politisch motiviert“.

Von den Wänden lächeln dabei die Gesichter der letzten Innenminister herunter. Mittels Schwarzweißfotos wird hier der Helden von einst gedacht: Franz Löschnak, der Boot-ist-voll-Minister. Karl Schlögl, der Marcus-Omofuma-Minister. Günther Platter, der Arigona-Zogaj-Minister. Und Ernst Strasser, der "Caritas ist unmenschlich“-Minister. Liese Prokop, die "keine Entschuldigung für


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige