Die Rache der Hofrätin


Bericht: Florian Klenk
Politik | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

In der skandalgeschüttelten Justizanstalt Josefstadt kniet ein verwirrter Häftling schwer verletzt in seiner Zelle im Kot. Sein Anwalt bringt den Fall zur Anzeige. Dann lernt er das System erst richtig kennen

Als der psychisch kranke Klaus S. am 9. April 2010 vor den Rechtsschutzrichter trat, war er zwar "erkennbar verhaltensauffällig“, aber "äußerlich vollkommen unverletzt“. Er sprach in "unzusammenhängenden Sätzen, wirkte desorientiert“, wie ein gerichtsmedizinisches Protokoll später festhalten wird. Doch die Richter, die über ihn wegen Drogendelikten die U-Haft verhängten, zweifelten nicht an seiner Haftfähigkeit.

Zwei Tage später wird Klaus S. in einer Einzelzelle am Boden "kniend und inkontinent“ aufgefunden. Der Haftraum war mit Kot beschmiert, S. schwer verletzt. Er hatte zwei gebrochene Rippen, eine Schädelprellung, die Kniegelenke waren blutunterlaufen und angeschwollen, ebenso die Ellenbogen, die Hüfte und die Augen.

Die Justizwache fuhr mit Klaus S. auf die

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