Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Bauarbeiter Rade: In der Judengasse kocht der Asphalt von ganz alleine

Politik | Philip Gaspar | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Straßenpflasterer Rade arbeitet bei hochsommerlichen Temperaturen normalerweise mit nacktem Oberkörper, auf das Foto will er aber dann doch nur mit T-Shirt. Die Arbeiter in der Judengasse bewegen selbst bei 30 Grad im Schatten zentnerschwere Pflastersteine. Wie auf vielen Baustellen Wiens wird auch hier während der heißesten Zeit im Jahr geschuftet.

Ab 35 Grad gäbe es für Bauarbeiter gesetzlich hitzefrei. "Aber da hat der Betriebsrat irgendwas nicht unterschrieben“, sagt ein Arbeiter, der nicht genannt werden will, resignierend.

Die Straßenbauer in der Judengasse improvisieren: Zur Abkühlung schrauben sie den nächsten Hydranten auf und füllen Scheibtruhen mit Wasser. Regelmäßig gibt es Trinkpausen, in denen sie sich den verkrusteten Schweiß von Oberkörper und Gesicht waschen.

Mitten auf der Baustelle brodelt ein dampfender Asphaltkocher - was die Hitze zusätzlich steigert. Denn Gussasphalt kocht erst bei 230 Grad.


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