Mediaforschung  Verführungskolumne

Warum muss immer Blut fließen, Herr Pivrnec?

Medien | Philip Gaspar | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Die neue Kampagne für mehr Sicherheit im Straßenverkehr des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie lässt niemanden kalt. Im Fernsehspot spaziert ein junges Mädchen träumend vor sich hin. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sieht sie ihr rosa Fahrrad mit Wimpel am Lenker. Das Mädchen überquert die Straße. "Schnell, mein treues Pferd, reiten wir los!“, kommentiert eine Kinderstimme aus dem Off. Das Unvermeidliche passiert: Ein silberner Pkw kommt angerast und schleudert den jungen Körper wie eine Puppe aus dem Bildausschnitt. Der Zuseher wird fassungslos zurückgelassen, was danach passiert, wird nicht gezeigt.

Der Spot der Agentur Lowe reiht sich in eine lange Tradition von Verkehrssicherheitskampagnen ein, die mit Schockeffekten um die Aufmerksamkeit der Seher ringen. Die Wiener Agentur gewann die Ausschreibung des Verkehrsministeriums mit folgender Idee: Kinder bewegen sich in ihrer eigenen Fantasiewelt, oft blind für die realen Gefahren im Straßenverkehr.

Was im Kopf der Kinder vorgeht, wird im Spot durch Gedankenstimmen dargestellt, in den Printsujets durch Zeichnungen im Comicdesign.

Laut Dieter Pivrnec, Kreativdirektor bei Lowe GKK, ist die Zielgruppe breit, man will aber hauptsächlich Autofahrer ansprechen, um sie dazu zu bewegen, aufmerksam und bremsbereit durch Wohngegenden zu fahren.

Die Kampagne erscheint in drei Wellen während der Sommerferien, wenn Kinder vermehrt in Straßen-nähe spielen.


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