Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

TV-Kolumne

Es gibt noch Hoffnung. 557.000 Menschen sahen am Sonntag den Grand Prix von Ungarn (ORF 1). Dabei ist die Formel 1 in den vergangenen Jahren ziemlich in Verruf geraten. Menschen fahren heute E-Bikes, nicht spritfressende Sportwägen. Wer mit einem Ferrari durch die Wiener Innenstadt kurvt, gilt schon lange nicht mehr als lässiger Playboy. Sogar verschleierte Touristinnen aus arabischen Ländern funkeln diese Angeber zornig an; ihre Dreckschleudern machen die Fiakerpferde scheu.

Die Formel 1 ist in erster Linie ein wunderbares TV-Genre. In meditativer Einförmigkeit kreisen die Wägen durch die Asphaltkurven. Mit stoischem Gleichmut spulen die Fahrer Kilometer um Kilometer ab, denn meist steht schon zu Saisonbeginn fest, welcher Motor den Weltmeistertitel gewinnen wird. Selten passiert etwas außer Brummbrumm. Auch wenn der Grand Prix jetzt nach Österreich kommt: Am schönsten ist die Formel 1 immer noch zu Hause.


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