Frau Holter macht weiter, mal tragisch, mal heiter

Porträt: Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Die kalifornische Musikerin Julia Holter tritt mit ihrem eigenwilligen Kunstliedpop erstmals in Wien auf

Mit Kunst kann man es heute im Pop weit bringen. Da es kommerziell ohnedies kaum etwas zu holen gibt, setzen junge Musikerinnen und Musiker gleich konsequent auf Selbstverwirklichung. Ohne klar definierte Zielgruppen ist die Chance gleich umso größer, mit einer eigenständigen Ästhetik auch aufzufallen.

Früher hätte man Julia Holter wohl eine Popaußenseiterin genannt und ihr wären von der Plattenfirma männliche Helfer als Produzenten beigestellt worden. Heute kann die 28-jährige Kalifornierin zu Hause im Eigenbau aufnehmen und dann erst das Ergebnis zu einem Label tragen.

Nach den selbstgemachten Erfolgen von Künstlerinnen wie Soap&Skin und Zola Jesus ist Holter eine weitere auffällige Frauenstimme, die an ihrer Vision spannender Popmusik arbeitet. Wobei sie beim Gesang im Gegensatz zu den Kolleginnen auf Understatement setzt. Auch sonst ist Effekthascherei nicht ihre Sache.

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